Start LEADER-Projekt mit viel Dynamik

Erste Knoten für Netzwerk um Lebensabend
Bürger beim Vortrag

Die Möglichkeit, den Lebensabend in Neuweiler zu verbringen, treibt die Bevölkerung um. Wohnformen sowie Betreuung und Aktivitäten in der Gemeinde sollen dafür auf den Weg gebracht werden und engagierte Bürger knüpfen bereits erste Knoten dieses Netzwerkes. „Wir dürfen und wollen nicht die ganze Verantwortung an unsere Kinder übertragen“, sagte Anita Burkhardt anlässlich eines Informationsabends am 7. Mai 2014 in der Aula der Waldschule zu den ersten Schritten. Gleichzeitig betonte die Sprecherin der Steuerungsgruppe im LEADER-Projekt „Innovative barrierearme Wohnformen mit Betreuungsmöglichkeit für ältere Menschen zur Belebung der Ortszentren“, dass es höchste Zeit sei, zu handeln. Schließlich lebten bereits heute mehr als 125 Personen im Alter von über 70 Jahren in Neuweiler, mindestens 20 weitere seien in Pflegeheimen außerhalb untergebracht. „Für mich ist diese Situation sehr unbefriedigend und wir müssen den Generationenvertrag selbst in die Hand nehmen“, verwies Burkhardt auf einen erstellten Fragebogen. Er richtet sich an die Mitbürger, um zu erfahren, wie sie ihren Lebensabend verbringen wollen.

Betreffende mögliche Wohnformen mit Barrierefreiheit, Betreuung in Alltagsdingen, Pflegeangebote oder als Wohngemeinschaft erläuterte Bernhard Goldschmidt. Der Projektmanager von „SPES-Zukunftsmodelle“ begleitet den Prozess. „Es ist ein guter Start mit unheimlich viel Dynamik und spannender Arbeit in gutem Klima“, zog er ein erstes Fazit zu den Ergebnissen. Denn inzwischen haben sich bereits Projektgruppen gebildet, die noch vor einer baulichen Realisierung in die Umsetzung gehen. „Angebote, sich zu treffen, statt zu vereinsamen, sollen Ortsteil übergreifend installiert werden“, stellte Petra Schanz beispielsweise einen Mittagstisch oder Kaffeenachmittag in Aussicht. Im Arbeitskreis „Miteinander und Füreinander“ wurde aber auch festgestellt, dass es Vieles schon gibt, das nicht jedem bekannt sei. Eine Aufstellung aller Angebote soll vermeiden, Konkurrenz zu bilden.

Interessierte Bürger im Gespräch

Indes stellten Annegret Schöttle und Sigrid Seeger in einem sketchartigen Dialog sowohl ablehnende Stimmen für das Projekt, als auch Vorzüge von Nachbarschaftshilfe dar. Letztere soll unter Umständen mit der Gründung eines Bürgervereins aktiviert und aufgebaut werden. „Ab Sommer wird der CENTRO auch nach Neubulach und Bad Teinach-Zavelstein fahren“, kündigte zudem Arno Ayasse, Geschäftsführer vom Busunternehmen Rexer, einen weiteren Knoten im Netzwerk für Neuweiler an. „Nur wenn alle an einem Strang ziehen, werden wir die Gemeinde weiter entwickeln können“, zollte Bürgermeister Martin Buchwald dem Engagement Anerkennung. Dabei erinnerte er an parallele Aktivitäten für Nahversorgung und Arztansiedlung. „Wir müssen uns schon heute kümmern und auf das Morgen vorbereiten“, stellte er in Aussicht, dass die Ortskernsanierung in das Leader-Projekt einfließe, wenngleich der Zuschussantrag in diesem Jahr abgelehnt, für kommendes Jahr aber wieder aufgegriffen werde. Rege tauschten sich die etwa 70 Besucher der Bürgerinformation zur weiteren Entwicklung aus. (Text und Bilder: KN, Steffi Stocker)

Bürger tauschen sich aus
Reges Interesse und viel Dynamik zieht das Leader-Projekt in Neuweiler nach sich

Fragebogen nicht erhalten?

Im Rahmen des LEADER-Projekts „Innovative, barrierearme Wohnformen für ältere Menschen mit Betreuungsmöglichkeit zur Belebung der Ortszentren“ wurden Anfang Mai in der Gemeinde Neuweiler an alle Bürgerinnen und Bürger über 40 Jahre Fragebogen verschickt. Sollte jemand keinen Fragebogen erhalten haben, kann dieser im Rathaus Neuweiler (Zimmer 2) abgeholt oder unter Telefon 07055 9298-12 angefordert werden. Gerne dürfen sich Bürgerinnen und Bürger auch mit ihren Ideen oder ihrem persönlichen Engagement in einer Projektgruppe einbringen. Jede Anregung und Unterstützung ist herzlich willkommen. Bei Rückfragen stehen Annegret Schöttle (Telefon 07055 929059, E-Mail: a.schoettle@schoettle-reisen.de) sowie SPES-Projektbegleiter Bernhard Goldschmidt (Mobil 0172-7382123, E-Mail: Bernhard.Goldschmidt@web.de ) gerne zur Verfügung.

Das Projekt wird durch die LEADER-Aktionsgruppe Nordschwarzwald mit Mitteln der EU und des Landes Baden-Württemberg gefördert.