Das Modellprojekt PräSenZ

PräSenZ steht für: Prävention für Senioren Zuhause
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Die Gemeinde Neuweiler hat sich im Sommer letzten Jahres für die Teilnahme am Modellprojekt „Präventive Hausbesuche in Baden-Württemberg“ beworben. Sie wurde gemeinsam mit Ulm und Rheinfelden aus den sich bewerbenden Kommunen des Landes Baden-Württemberg für die Umsetzung des Vorhabens ausgewählt. PräSenZ ist ein gemeinsames Modellvorhaben des Landes Baden-Württemberg, der sozialen und privaten Pflegeversicherung und der Kommunen. Die Projektträgerschaft und wissenschaftliche Begleitung stellt das Deutsche Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. (dip) in Köln.
 
Ziel von PräSenZ ist es, älteren Menschen für ihre Anliegen und Fragen einen konkreten Ansprechpartner in der Kommune zur Verfügung zu stellen. Die PräSenZ-Beraterinnen sollen einerseits das Ohr der Kommune sein, im Hinblick auf die Wünsche und Bedürfnisse der älteren Menschen. Andererseits sollen sie das Gesicht für die Seniorinnen und Senioren sein, wenn sie Fragen zum Angebot der Kommune oder zu Hilfe und Pflege haben.
 
Das Angebot der präventiven Hausbesuche im Modellprojekt PräSenZ orientiert sich an Erkenntnissen aus Dänemark. Dort werden allen Bürgerinnen und Bürgern über 80 Jahren zweimal im Jahr „präventive Hausbesuche“ angeboten. Die Statistik zeigt, dass in Dänemark prozentual sehr viel weniger ältere Menschen in einem Pflegeheim leben als in Deutschland. Die präventiven Hausbesuche tragen einen Teil zu dieser erfreulichen Entwicklung in Dänemark bei.

Was bedeutet die Teilnahme am Modellprojekt PräSenZ für die Kommune Neuweiler?


Esther Rentschler, Bürgermeister Buchwald, Annegret Schöttle

Wie bereits benannt, stellt das Kernelement im Projekt PräSenZ die Durchführung präventiver Hausbesuche dar. Die Hausbesuche werden von den beiden Beraterinnen der Gemeinde Neuweiler - Frau Annegret Schöttle und Frau Esther Rentschler - ab September angeboten. Das Angebot richtet sich an alle Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde, die älter als 75 Jahre sind. Da aber nicht alle Seniorinnen und Senioren dieser Altersgruppe auf einmal besucht werden können, werden die Besuche aufgeteilt. Zunächst werden alle Bürgerinnen und Bürger angeschrieben, die älter als 85 Jahre sind. Hierzu wird ein Anschreiben des Bürgermeisters versendet, das den Besuch ankündigt. Die Besuchstermine können dann telefonisch mit den Beraterinnen vereinbart werden. Im Verlauf der Projektzeit werden dann nach und nach auch die übrigen Seniorinnen und Senioren angeschrieben. Ziel ist es innerhalb von zwei Jahren allen Interessierten mindestens einen Hausbesuch anbieten zu können.
 
In den Hausbesuchen sollen Seniorinnen und Senioren sensibilisiert werden, was sie tun können, um so lange wie möglich selbstständig zu Hause leben zu können. Es wird dazu ein umfassender Fragebogen eingesetzt, der alle Lebensbereiche anspricht, zum Beispiel Mobilität, Beweglichkeit, Hilfsmittel, Essen und Trinken, Aspekte der gesundheitlichen Situation und deren Versorgung. Auch die Wohnsituation und die hauswirtschaftliche Versorgung sowie psychosoziale Aspekte der Seniorinnen und Senioren werden angesprochen. Bei Fragen oder Problemen werden Hilfsmöglichkeiten aufgezeigt oder Kontakte für die entsprechende Hilfe vermittelt.
 
Zum anderen wird versucht, engagierte Bürgerinnen und Bürger zu gewinnen, die sich ehrenamtlich betätigen möchten, um hilfebedürftigen Senioren zu helfen, sei es durch Besuche, Spaziergänge oder Besorgungen.
 
Die Beratung im Rahmen des Projektes PräSenZ ist kostenlos und unterliegt dem Datenschutz und der Schweigepflicht. Die Weitergabe der Informationen erfolgt ausschließlich in pseudonymisierter Form, d.h. ohne Angabe des Namens oder der Adresse.
 
Die Erkenntnisse aus der Durchführung des Modellprojektes in den drei Kommunen Neuweiler, Ulm und Rheinfelden werden vom Projektträger dip gemeinsam mit den Projektverantwortlichen in den Modellkommunen ausgewertet. Die Ergebnisse münden dann in Empfehlungen, die allen Interessierten landesweit zugänglich gemacht werden. Damit leistet das Modellprojekt PräSenZ einen Beitrag zur Entwicklung zukünftiger kommunaler Versorgungsstrukturen für Seniorinnen und Senioren.
 
Bei Fragen zum Projekt PräSenZ und zu den Angeboten in Neuweiler sowie für Anregungen aus der Kommune zum weiteren Vorgehen stehen Frau Schöttle oder Frau Rentschler gerne zur Verfügung.
 
      Annegret Schöttle:  Mobil 0152 0745 40 81, E-Mail praesenz.schoettle@yahoo.de
      Esther Rentschler:  Mobil 0152 0744 02 86, E-Mail: praesenz.rentschler@yahoo.de

Gerne können Sie die Beraterinnen nach telefonischer Vereinbarung auch im neu eingerichteten Bürgerbüro im Rathaus in Neuweiler (Seiteneingang) aufsuchen.

Unterschrift Martin Buchwald
Martin Buchwald
Bürgermeister